Einladung ins Grüne

Bei Streifzügen durch die Natur in der Umgebung von Devínska Nová Ves (Theben-Neudorf) fesselt Sie sicherlich ihre Vielfältigkeit und Pracht, auch wenn Sie zu den anspruchvollsten Besuchern gehören.
Eine Dominante, die zweifellos zu solchen Naturerscheinungen gehört, ist das Massiv Devínska Kobyla. Die Benennung vom südlichsten Ausläufer des Landschaftsschutzgebietes Kleine Karpaten (LSG) stammt schon aus ferner Vergangenheit. Seinerzeit regelmäßig gemähte und abgeweidete Abhänge ähnelten für den Beobachter aus der Ferne dem Rücken einer „Stute“.
Nach dem Aufstieg auf „Devínska Kobyla“ entdecken Sie die einzigartige Welt der Fauna und Flora. Wenn Sie zu den Bewunderern der unbelebten Natur gehören, werden Sie bestimmt von den geologischen und geomorphologischen Attraktionen (Höhlen im Kalkstein, Sandbruch, Erosionsrillen und Schluchten), die es zuhauf auf „Devinska Kobyla“ zu finden gibt, gefesselt sein.
Bei Ihrer Entscheidung, welche von den vielen interessanten Lokalitäten Sie besuchen möchten, könnte Ihnen folgende Kurzvorstellung behilflich sein.

  • Nationalnaturreservat Devínska Kobyla,
  • Naturreservat Štokeravská vápenka,
  • Naturschutzgebiet Devínska lesostep,
  • Naturreservat Fialková dolina,
  • Naturschutzareal Devínske alúvium Moravy

Das einzigartige Nationale Naturreservat Devínska Kobyla befindet sich zwischen Devínska Nová Ves, Dúbravka und Devín. Im Jahre 1965 wurde es zum staatlichen Naturreservat erklärt. Gegenwärtig ist es ein Nationalnaturreservat mit dem beinahe höchsten, dem vierten Schutzgrad. Wenn Sie sich verführen lassen und sich zu einem Besuch entscheiden, um es näher kennen zu lernen, wählen Sie den Lehrpfad NPR Devínska Kobyla. Der Lehrpfad mit der Länge von 3,5 km beginnt in Devínska Nová Ves beim Sandbruch “Pieskovec” (Sandberg) und führt bis zum Ort Devín. Er ist auch von der anderen Seite, von der Gemeinde Devín, zugänglich.

Während des Spaziergangs durch das Nationalnaturreservat Devínska Kobyla bieten sich Ihnen herrliche Aussichten auf das Marchfeld (Österreich), den Fluss March, den Zusammenfluss von Donau und March unter dem Fels der Burg Devín und bei guter Sicht ist auf dem Horizont sogar das Alpenvorland erkennbar.  An den sieben Stationen mit den Informationstafeln lernen Sie etliche Besonderheiten der Natur und Geschichte dieses einzigartigen Naturschutzgebietes kennen.
Der Lehrpfad beginnt vor einem der schönsten Teile des Naturschutzgebietes – dem Sandbruch „Pieskovec“. Er befindet sich auf dem südwestlichen Hang von Devínska Kobyla oberhalb der Straße Slovinec. Mit Beginn der Frühlingsmonate nisten in seinen Wänden Kolonien von buntfarbigen Bienenfressern, die auf den ersten Blick an Papageien errinern.. In der Umgebung blühen die goldgelben Frühlingsadonisröschen und die mehrfarbigen Zwergschwertlilien. „Pieskovec“ ist aber vor allem als weltbekannte Lokalität von Tertiärfossilien bekannt. Seine derzeitige Benennung Sandberg hat er vom berühmten Paläontologen des 19. Jahrhunderts Dionýz Štúr bekommen. Von den 350 verschiedenen Arten fossiler (versteinerten) Lebewesen, die hier vor 14. -16. Millionen Jahren gelebt haben, wurden Haifischzähne, Walwirbel, oder Affenknochen gefunden. Zu den wertvollsten Funden zählen die Zähne vom Dryopithecus, der zu den Vorfahren der heutigen Primaten (Schimpanse, Gorilla, Orangutan) gehört.
Der nicht weit entfernte “Waitov lom” (Wait´s Steinbruch) hat in der Vergangenheit als Kalkwerk gedient. Der gewonnene Kalkstein wurde dann entweder nach Österreich oder Italien exportiert oder wurde zur Verfestigung der Ufergelände des Flusses March verwendet. Heute erfüllt der “Waitov lom” eine andere Aufgabe – er “beschützt” die größten Prachtstücke unserer Flora – Knabenkräuter (Gattung Orchis) und dient als das Zuhause für einige Vogelarten.

In einem abgelegenen nördlichen Teil von Devínska Kobyla, oberhalb der Siedlung in Devínska Nová Ves, befindet sich das NSG “Štokeravská vápenka”(Stokerauer Kalkstein). Die verlassenen Steinbrüche des Kalkwerkes gelten heute als bedeutende archäologische Lokalität mit einer Fläche von ungefähr 13 ha. Sie verbergen verschiedene geologische Formationen und einzigartige Fossilienfunde. Ähnlich wie im „Waitov lom“ finden Sie auch hier einige herrliche Knabenkräuter, von denen die Adriatische Riemenzunge zu einen der wertvollsten Arten Mitteleuropas zählt.
Am anderen Ende von Devínska Kobyla, in ihrem südlichen Teil, oberhalb der Straße nach Devin “versteckt” sich ein weiterer wertvoller Ort. Das NSG “Fialkova dolina” wurde im Jahr 1993 zum Schutz der kritisch bedrohten Knabenkräuter – Pflanzenarten erklärt. Sie ähnelt einer Miniaturschlucht und hat eine Größe von zirka 20 ha.
Sollte es Ihnen besonders die Flora angetan haben, so sollten Sie auf keinen Fall den Besuch einer weiteren bedeutenden Lokalität in der Nähe der “Fialková dolina” auslassen: Das Gebiet “Devínska Lesostep” ist zwar ein von der Fläche kleineres, jedoch nicht weniger interessantes Gebiet.
Wenn Sie auf den Wanderungen in “Devínska Kobyla” einige der auf den ersten Blick bekannten Baumarten und Sträucher nicht erkannt haben und diese gern kennen gelernt hätten, so bietet sich Ihnen die Möglichkeit eines Besuches im “Dendropark” unter der “Devinska Kobyla”. Es wurde hier für Sie ein Lehrpark mit Informationstafeln eingerichtet, die Ihnen einige der ursprünglichen Baumarten und Sträucher der “Devinska Kobyla” vorstellen. Der “Dendropark” erstreckt sich über zirka 15.000 m2 des nördlichen Hanges der “Devínska Kobyla” oberhalb der Wohnsiedlung “Podhorské” in Devínska Nová Ves.
Zu den interessanten zoologischen, botanischen und geologischen Lokalitäten der näheren Umgebung zählt auch das Nationale Naturdenkmal „Devínska hradná skala“. Auf dem Burgfelsen oberhalb des Zusammenflusses der Donau und March können Sie bei etwas Glück in den Wintermonaten den bei uns sehr seltenen Mauerläufer entdecken, häufig nisten hier allerdings die Dohlen und der Turmfalke.
Wenn Sie nicht einmal die geologische Natur der Steine der “Devínska Kobyla” auslassen möchten, können Sie das kleine Geologische Museum besuchen. Dieses ist unweit des Friedhofes in Devín, auf dem Gebiet des alten Steinbruchs zu finden.
Einige bevorzugen vielleicht das Kennenlernen der Natur entlang des Flusses March. Nicht einmal hier werden Sie enttäuscht.  Am Fluss bekommt das Gebiet einen ganz anderen Charakter. Die zwar flache, aber vielfältige Landschaft der „Záhorská Tiefebene“ besteht aus der Aue der March und der „Novoveská Ebene“. Der große Teil des Flutgebietes steht unter der Verwaltung des LSG „Záhorie“. Das Flutgebiet , die Aue der March, hat dank des langjährigen Eintrittsverbots (1951 – 1989 Fall des eisernen Vorhanges) in der Vergangenheit seinen natürlichen Charakter behalten. Dank seiner „Konservierung“ können wir hier gegenwärtig die Reste der ursprünglichen Auwälder, Altwasser und den größten Komplex der Feuchtauen in Mitteleuropa, eingegliedert in das internationale Verzeichnis bedeutender Feuchtgebiete (Ramsar-Lokalität), bewundern. Aus der Artenvielfalt der Feuchtauen sollten Sie nicht die häufig vertretene lila Ganzblättrige Waldrebe, die bläuliche Sibirische Schwertlilie, oder die dem Schneeglöckchen ähnliche, gut bekannte Sommer-Knotenblume übersehen. Die Bedeutung des Gebietes unterstreicht seine Eingliederung in die europäisch bedeutsamen Vogellokalitäten (VVU Morava) und international bedeutsamen Vogellokalitäten (International Bird Area). Unter den Bewohnern der Aulandschaft des Flusses March erkennen Sie den Storch, einige gegebenenfalls den weniger bekannten, weltweit bedrohten Wachtelkönig oder die im Winter ziehenden Kraniche. Untrennbarer Bestandteil dieses Gebietes ist ebenfalls unser größtes Nagetier, der Europäische Bieber, dessen Population in letzter Zeit wieder wächst.
Wenn Sie Lust haben, bei schönem Wetter mit den Fahrrädern ins Grüne aufzubrechen, bieten wir Ihnen den Ausflug auf dem Lehrpfad „Marchaue“. Seine Strecke reicht vom Zusammenfluss der Donau mit der March unter der Burg Devín bis nach „Moravský sv. Ján. Mit seiner Länge von 80 km gehört er zu den längsten Lehrpfaden in der Slowakei und bietet ein außergewöhnliches Naturerlebnis zu jeder Jahreszeit.

Eingeschränkter Zugang

Man muss aber aufmerksam machen, dass auf den gesetzlich geschützten Lokalitäten bestimmte Einschränkungen gelten. Das bedeutet aber nicht, dass Sie die geschützte Schönheit nicht bewundern können – Sie dürfen aber nur den markierten Wegen folgen und sie auch nur zu ihren bestimmten Zweck zu nutzen (z.B. durch Devínska Kobyla /Thebener Kogel/ führt kein Fahrradweg, aber durch die Marchau führt ein wiederum). Zum ehemaligen Sandbruch Pieskovec (Sandberg) führt kein markierter Weg und zu der Lokalität ist der Eintritt aus naturschützlichen, sowie auch aus Sicherheitsgründen verboten. Die Lokalität liegt aber neben einem markierten Weg, also für ihren Blick ist sie gut zugänglich.