Slowakisches Marchland

Kennenlernen des Slowakischen Marchlandes
Im Slowakischen Marchland liegen die Bezirke Senica und Záhorská, ein Teil des Bezirks Bratislava-Umgebung zusammen mit 6 Stadtvierteln von Bratislava: Dúbravka, Karlova Ves, Devínska Nová Ves, Lamač, Záhorská Bystrica und Devín. In der Slowakei ist es mehr unter dem Namen Záhorie bekannt, bezeichnet die Gegend „hinter den Bergen“, das heißt hinter den Kleinen Karpaten. In der Vergangenheit wurden mehrere Bezeichnungen wie Marchfeld in der Slowakei, Slowakisches Marchland, Marchniederung oder Marchtal verwendet.

Geologie
Die gegenwärtige Gestalt von Záhorská nížina (Záhorie Tiefland) ist ein Ergebnis der komplizierten Entwicklung im Tertiär. In Schichten wurden mehrere Gesteine – vor allem Lehm, Sand, Kies, Sandstein, Konglomerat und Kalkstein abgelagert. Dank der tektonischen Bewegungen im älteren Quartär wurde das ürsprunglich kurvige – mäandernde Flussbett der March nach Westen verschoben. Sie werden wahrscheinlich nicht wissen, dass vor sechshunderttausend Jahren der Zusammenfluss von March und Donau nicht unter dem Fels der Burg Devín erfolgte, sondern auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Devínska Nová Ves. In der jüngeren Zeit des Quartärs ist auch die Aue des Flusses March entstanden In der Aue befinden sich eine Menge von Altwassern und der größte Komplex der blumenreichen Wiesen in der Slowakei. Zwischen der Flussaue und den Sandgebieten – Bor befinden sich die Terrassen der March. Sie werden durch die Gründe oder Auen aus der Zeit des älteren Quartärs repräsentiert, gebildet aus Sand und Kies, die der Fluss bei seiner Verschiebung hinterlassen hat. Auf einer von ihnen – auf der Devínsko-novoveská Terrasse – liegt DNV.

Klima
Dank des überwiegend warmen Klimas ist das Marchland beinahe im ganzen Jahr wie geschaffen fürs Kennenlernen. Mit kleinen Temperaturschwankungen erreicht die Temperatur in der Niederung im Laufe des Jahres angenehme `durchschnittliche 9,5 °C. In den benachbarten Kleinen Karpaten, dem Hügelland „Myjavská pahorkatina“ und in den Weißen Karpaten ist es durchschnittlich um 1 bis 2 °C kühler.

Gewässer
Das Flussnetz der Záhorská nížina (Záhorie Tiefland) konzentriert sich auf die Auen der Flüsse March und Myjava unter den Kleinen Karpaten. March, Myjava und Rudava sind die wasserreichsten Flüsse. Zweifellos der bedeutendste von ihnen ist die March. Eine beliebte Aktivität und ein interessantes Erlebnis nicht nur für Wassersportliebhaber ist das Wasserfahren auf der March. Neben dem Fluss, betrachtet unter dem Gesichtspunkt der Natur, fesselt auch der See Devínske jazero. Er ist ein mehrarmiger Flusssee im Gebiet zwischen Devínska Nová Ves und Vysoká pri Morave. Zur Zeit der Überschwemmungen ist die Umgebung des Sees zusammen mit der Flussaue zwar für die Besucher unzugänglich, aber sie bietet einer Unmenge von Organismen Zuflucht und Zuhause.

Aus dem Pflanzenreich –Was wächst und blüht denn da?
Der ursprüngliche Charakter des Feuchtgebietes mit Sümpfen, Seen und den Altwassern der Flüsse blieb uns leider nur auf einer kleinen Fläche erhalten. Ein untrennbarer Bestandteil der regelmäßig überschwemmten Gebieten sind vor allem weiche Weiden- Pappel – Auwälder. Dieses wertvolle Landschaftselement ist der größte Komplex von Feuchtwiesen in Mitteleuropa. Sie finden hier zahlreiche sehenswerte Arten wie die lila blühende Ganzblättrige Waldrebe, die bläuliche Sibirische Schwertlilie oder das weniger bekannte winzige Farnkraut, die Gewöhnliche Natternzunge. Ein spezieller Typ sind die dauerfeuchten Torfmoore mit Baumbeständen der Schwarzerle, stellenweise wurden auch die Moorwiesen erhalten.

Aus dem Tierreich – Was lebt denn da?
Die Vielfältigkeit des Landes spiegelt sich auch in der reichen Tiervielfalt. Der Aufmerksamkeit von Besuchern entgehen bestimmt nicht die kleinen, anziehenden Arten wie Libellen, Schmetterlinge oder mehrere Käferarten. Auf dem gemeinsamen slowakisch-österreichischen Flussabschnitt befinden sich insgesamt 50 Fischarten. Das Gebiet schmückt sich mit einer riesigen Menge von Baumfröschen und Laubfröschen, aber auch Springfröschen, Kröten und Molchen. Ähnlich wie für Fische und Amphibien ist auch für Vögel die Marchaue ein Paradies. Dank der günstigen Naturbedingungen nisten hier Reiher, Störche, von den Raubvögeln der Rotmilan, oder der majestätische Seeadler mit seinem weißen Schwanz. Während des Vogelzuges halten hier Vogelschwärme von Enten, Scharben und Gänsen. Gerade die Gänse sind neben den Störchen für dieses Gebiet symbolisch. Beim Spaziergang am Fluss March vorbei entdecken Sie die Nagespuren von unserem größten Nagetier, dem Europäischen Biber. Mit großem Glück könnten Sie dieses scheue, von vielen auch abgelehnte Tier, sogar mit eigenen Augen betrachten.