Historische Verbindung

Dank der günstigen Lage des slowakisch-österreichischen Grenzgebietes herrschte hier schon in der frühen Vergangenheit ein lebhafter Handelsbetrieb. Die erste historisch belegte Handelsstraße ist die „Jantárová ulica“ (Bernsteinstraße, um das Jahr 900 v.Ch.), die Südeuropa mit den Gebieten an der Ostsee verbunden hat. Eine außerordentliche Bedeutung hatte auch der sog. Donauweg (Podunajská cesta), der die Gebiete des Schwarzen Meeres mit Mitteleuropa verbunden hat.
Außer den schon lange benutzten Fernverbindungen hatte auch den Lokalverkehr in der „Záhorie“ große Bedeutung. Dieser hat die slowakischen Grenzdörfer mit den am anderen Ufer der March liegenden österreichischen Nachbardörfern verbunden. Zur „Kommunikation“ der Einwohner dienten zuerst nur Boote, später Fähren und schließlich Brücken. Hauptanlass der Entstehung von Übergängen war vor allem, den Bedarf an wirtschaftlichem Austauch der beiden Ufer zu sichern.
Eine der ältesten Verkehrsverbindungen war der Weg zwischen den Gemeinden Moravský Svätý Ján a Hohenau. Unterlagen darüber existieren bereits aus dem 8. Jahrhundert. Damals wurde er in erster Lineie von Händlern zum Warentransport genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde an seiner Stelle eine Holzbrücke gebaut. Über diese Brücke wurden nicht nur Waren aller Art wie Wein, Kartoffeln, Stroh, Keramik, Gänse oder Vieh transportiert, sondern sie wurde auch von den in der Zuckerfabrik, in der Textilfabrik und im Sägewerk in Hohenau arbeitenden Dienern und Arbeitern benutzt. Nach ihrer Niederbrennung zur Zeit der preußischen Kriege und ihrem Wiederaufbau ging eine lange Zeit im 20. Jhdt. vorbei, bis sie ihre derzeitige Form bekommen hat.
Die erste Aufzeichnung eines Fährverkehrs stammt aus dem Jahre 1646. Diese Überfuhr über den Fluss March verlief zwischen den Gemeinden Veľké Leváre und Drősing.
Nicht weniger bedeutsam war auch die Brücke zwischen den Gemeinden Záhorská Ves und Angern. Seit dem 16. Jahrhundert bis zum Jahre 1711 fuhr der Transport aus Österreich bis Záhorská Ves und weiter bis nach Malacky über eine Holzbrücke, die von der Herrschaft in Angern instand gehalten wurde. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte und einer langen Unterbrechung gibt es heute zwischen den Gemeinden wieder eine Fährverbindung.
Eine der meistbenutzten Überfuhren welche die Einwohner des slowakischen Marchlandes zum Transport vom Obst und Gemüse an die andere Uferseite benutzt hatten, lag zwischen den Gemeinden Stupava und Marchegg. Bis zum Jahre 1918 wurde eine Fähre betrieben. Von der österreichischen Seite aus haben die Überfahrt vor allem die nach Marianka reisenden Pilger benutzt und von der slowakischen Seite die in Österreich Arbeit suchenden Einwohner. Das interessanteste Transportgut waren die Bienenstöcke aus der „Záhorie“. Ab 1918 bis nach dem 2. Weltkrieg (1948) erfolgte die Überfahrt mit Booten, danach und bis heute gibt es dort keine Möglichkeit mehr, über die March zu gelangen.
Die einzige Verbindung über den Fluss March, die auch nach dem Jahre 1945 erhalten blieb, war die Eisenbahnbrücke Bratislava – Marchegg aus dem Jahre 1848. Die auf 25 Steinbogen errichtete Trasse stellte in der damaligen Zeit einen beeindruckenden Bau dar. 1866, während des preußischen Krieges wurden die vier Mittelpfeiler gesprengt, 1868 dort eine Eisenkonstruktion eingebaut. 1916/17 wurden Betonpfeiler für eine zweite Brücke gebaut, die aber nie vollendet worden ist, weil der Eisenbahnverkehr nach 1918 stark abgenommen hatte.
Eine interessante Funktion und Geschichte hatte die Verbindung zwischen den Gemeinden Devínska Nová Ves und Schlosshof. Im Jahre 1771 hatte die Kaiserin Maria Theresia eine Holzbrücke bei Schlosshof bauen lassen. Im Jahre 1809 wurde die Brücke von Eisschollen mitgerissen. Vier Jahre später hatte sie der Graf Pálffy erneuern lassen. Auch diese Brücke wurde zur Zeit des preußischen Krieges zerstört und nach dem Friedensschluss wieder erneuert. In der Folge noch öfter durch die Einwirkungen der Natur (Eisstöße, z.B. 1880), der Kriege und der politischen Entwicklungen zerstört oder nicht wieder aufgebaut, stehen heute an beiden Ufern nur noch Fragmente dieses einst bedeutenden Überganges über die March.
Die Verbindung der zwei Länder im Gebiet des Slowakisch-Österreichischen Marchlandes festigte auch den Erfahrungsaustausch im Bereich des Handwerks, der Religion (Wallfahrten), im Bereich der Kultur, der Ausbildung aber auch der Gastronomie.
Dies hatte natürlich auch die gegenseitige Beeinflussung der Sprachen und ganze Wortübertragungen (wahrscheinlich schon seit dem 14. Jahrhundert) zur Folge
Während der langen Zeit des Eisernen Vorhanges wurde der Fluss zur fast unüberwindbaren Grenze. Die Wiederbelebung und der Neuaufbau der Kontakte nach seiner Beseitigung bezeugen aber die tiefen Wurzeln der nachbarlichen Beziehungen.

(Informationsangebot: KOLLÁR, D., OVEČKOVÁ, J., OVEČKOVÁ, M.: Slovensko-rakúske Pomoravie. DAJAMA. Bratislava 1996, 213 s., ISBN 80-967547-0-X, Internet – DRAHOŠOVÁ, V.: Mosty Pomoravia. 2006)