Aus der Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung der Existenz eines Dorfes dieses Namens stammt vom 10.Oktober 1451. Es ist ein Dokument des damaligen Gouverneurs des Ungarischen Königreichs, das er in Nová Ves geschrieben hat und in dem er sich bei der Stadt Bratislava und bei den Bürgern für die Treue zum König bedankt und militärischen Schutz vor Angriffen der Hussiten (auch Bethlehemiten genannt) verspricht.
Die Dauerbesiedelung des Gemeindegebietes ist seit der Jungsteinzeit, seit dem 4. Jahrtausend v. Ch. belegt. Die Funde stammen aus der heutigen Siedlung „Podhorské“ und aus der Umgebung der Bahnstation. Reiche Funde aus der ganzen Zeit der Bronzezeit stammen auch aus der Lokalität zwischen „Devínske Jazero“ und der Ziegelbrennerei, aus der ehemaligen Sandgrube für die Ziegelbrennerei und aus dem relativ engen Netz der befestigten Siedlungen – Burgstätten im ganzen Gemeindegebiet. Aus dieser Zeit stammt auch die befestigte, mit dem holzlehmigen Wall und der Stützmauer aus Stein umgebene Siedlung auf dem „Felsen“. Aus der Eisenzeit (7.-5. Jahrhundert v.Ch.) stammen die Bauernsiedlungen bei den Marchbrücken, an „Murnice“ und „Útočnice“. Auch die Kelten haben ihre Dokumente im Gebiet der Gemeinde: „Nové diely“, „Útočnice“, „Za Krpašom“. Es wurden sogar eine silberne und zwei goldene Münzen im „Pieskovec“ gefunden. Aus der Römerzeit, in der das Gebiet der Gemeinde Devínska Nová Ves die Grenze zwischen dem Reich und den Barbarengebieten gebildet hat, wurden etliche Funde ausgegraben. Zu den Bedeutsamsten zählen die germanischen Grabstellen im Gebiet „Na Vyhliadke“. Aus dem ersten Jahrhundert wurden die Siedlungen im Gebiet „Murnica“ und „Dálne Jášovce“ belegt. Sogar Matej Bel schreibt in seinem Werk „Notície“ nieder: ..“Unter den Felsen wurden große Mengen von römischen Münzen gefunden“… Belegt ist ebenfalls die Zeit der Völkerwanderung, die slawische Zeit ist jedoch für Devínska Nová Ves von größter Bedeutung. In den Jahren 1926-1933 fand Prof. Eisner auf Anregung von J. Zavadil für diese Zeit eine kolossale Grabstätte in der Sandgrube der Ziegelbrennerei: 883 Gräber, die die gesamte Gesellschaftsskala der damaligen Zeit dokumentieren. Dies war nicht die einzige Lokalität auf dem Gebiet der Gemeinde. Diese Zeit ist ebenfalls in den Gebieten: „Na skale“, „Na Pieskovci“, „na Kamenacoch“, und Glasofen in “Biely kameňolom“ dokumentiert. Diese Lokalitäten wurden sowohl in der Zeit des Großmährischen Reiches als auch nach der Ankunft der Ungarn besiedelt. Auch in den ältesten historischen Quellen finden wir schon Eintragungen über dieses Territorium. In den Annalen von Fulda aus dem Jahre 855 wurde über die Schlacht des ostfränkischen Königs Ludwig gegen den Rastislav, sowie über die Belagerung seiner „uneinnehmbaren Festung Dowina“ berichtet. Im Jahre 869 wird berichtet, dass Ludwigs Sohn Karl in die „Rastislavs-Festung“ einkehrte. Gemeint ist „Devin“. Auch wenn die Schriftquellen aus dem 10.-12. Jahrhundert sehr dürftig sind, wird von den Archäologen eine ständige Besiedlung bestätigt. Nach der Plünderung durch die Tataren im Jahre 1241 hat das Gebiet eine intensive germanische Kolonialisierung erlebt. Im Jahre 1271 bewegten sich in der näheren Umgebung die Armeen des tschechischen Königs Premysl Otakar II.. Die Gemeinden der Umgebung, wie „Stupava“, „Pajštún“, „Zohor“ und weitere sind in der Auflistung der Länderein des Adeligen Rugerius aus Tallesbrunn, dem Eigentümer von Devin, geführt.
Ein eigenes Kapitel in der Historie von Devínska Nová Ves ist die kroatische Kolonialisierung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, weiters die Reformen der Leibeigenschaft von Maria Teresia. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte den Beginn der Industrialisierung, Aufstand und politische Engagiertheit der Bevölkerung. Nach dem ersten Weltkrieg folgte eine weitere kulturelle Entwicklung der Gemeinde, nach dem zweiten Weltkrieg dann die Kollektivierung mit ihren Ergebnissen.
In Devínska Nová Ves befinden sich die einzigartigen Sehenswürdigkeiten wie „Pieskovec“ (Sandberg), das Alluvium des March-Flusses und die Flora und Fauna auf dem westlichen Abhang von Devínska Kobyla. Es gibt Denkmäler der Industrie, der Bahn und ihres Baues, der Regulierung der March, der Sandgewinnung, des Obstanbaus und der Veredelung.
Die Dokumente dazu befinden sich im Naturhistorischen Museum in Wien, im Slowakischen Nationalmuseum in Bratislava, in Martin, im Ortspfarrhaus, in Archiven sowie im Stadtbuch und in den Matrikeln auf dem Gemeindeamt.
(PhDr. Jozef Klačka)